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Wo bleiben die wirklich wichtigen Aussagen zur Zukunft unseres Landes?
26. August 2009
Der Wahlkampf ist auf ein erschreckend nichtssagendes Niveau abgesackt. Versprechungen, an deren Einlösen nach der Wahl kaum ein Wähler glaubt, gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen den beiden Koalitionsparteien bezüglich versäumter Entscheidungen, das Streitigmachen der Initiative für durchgeführte Gesetze und sonstige Regierungsmaßnahmen lenken davon ab, dass die beiden Parteien, die eigentlich klare Programme für die Zukunft unseres Landes vorlegen müssten, nur nebulöse Vorstellungen darlegen, deren Umsetzung in zukunftsweisende Politik kaum zu erkennen ist.
Es wird zum Beispiel weiter über die mangelnde Qualifikation der Schulabgänger für Ausbildungsberufe geklagt und den Jugendlichen gleichzeitig kontinuierlich versichert, unsere Gesellschaft werde keinen von ihnen ohne qualifizierte Ausbildung ins Leben entlassen. Tatsächlich bleiben aber jährlich ca. 10 % als Ungelernte auf der Strecke. Gleichzeitig müssen die Bildungseinrichtungen mit weniger Personal und Sachmitteln auskommen.
Wenn doch wenigstens eine der demokratischen Parteien unmissverständlich darlegen würde, dass mit ihr in einer Regierungskoalition trotz abnehmender Staatseinnahmen die Prioritäten der Politik so verändert würden, dass diese versprochene qualifizierte Ausbildung für jeden Jugendlichen gewährleistet wird. Mehr qualifizierte Mitarbeiter im Erziehungs- und Bildungsbereich, kleinere Schulklassen und Lehrveranstaltungen an den Hochschulen, zusätzliche, fachlich dafür ausgebildete Sozialbetreuer für jede Schulklasse kosten zwar zunächst einmal mehr Geld. Doch die hierdurch für die Jugendlichen ermöglichte qualifizierte Ausbildung führt zum Abbau von Sozialisierungsdefiziten, zu größerer Zufriedenheit und positiver Zukunftserwartung, was sich in einer merkbaren Verringerung der Kosten im Sozialbereich niederschlagen wird.
Natürlich müssen auch in anderen Bereichen Kosten zu Gunsten von Bildung und Erziehung eingespart werden. Um diese Bereiche zu finden, muss man nur die Berichte des Bundes- und der Landesrechnungshöfe durchgehen. Dort werden die Milliarden unnötig, verschwenderisch oder fehlerhaft ausgegebener Steuergelder aufgelistet.
Wer wenigsten einen Teil der Nichtwähler für sich gewinnen will, müsste hier klare Aussagen machen und menschlich glaubwürdige, im Wahlkreis geschätzte Kandidaten aufstellen.
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