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Große Worte beim G-8-Gipfel in Italien
09. Juli 2009
Wenn man den ersten Berichten Glauben schenken kann, verkünden die Regierungschefs der G-8-Staaten hehre Ziele gegen den Klimawandel. Die globale Erderwärmung müsse unbedingt gestoppt werden. Dabei wird der Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen um 80 % bis zum Jahr 2050 die größte Bedeutung zugemessen.
Viel versprechende Worte wurden in den zurückliegenden Jahren genug geäußert. Doch auf zielgerichtete Handlungen muss man immer noch warten. Durch eine wesentliche Steigerung der Verwendung von Bio-Treibstoffe wollte Bundeskanzlerin Merkel den Treibhausgasen den Kampf ansagen. Als sich herausstellte, dass dadurch in großem Umfang Grundnahrungsmittel zur lukrativeren Spritherstellung verwendet wurden, wurde die Bio-Treibstoffbeimischung wieder zurückgefahren. Frau Merkel unterstrich die Vorreiterrolle der Industriestaaten bei der Erreichung der Klimaziele, denn sie hätten in den zurückliegenden Jahrzehnten „viele Schäden an der Natur angerichtet.“ Dem kann man uneingeschränkt zustimmen. Ein grundlegendes Problem, die großflächige Zerstörung der Regenwälder in vielen Teilen der Erde unter anderem zur Anpflanzung von Palmölplantagen zur Gewinnung von Bio-Treibstoffen und der damit zusammenhängende Klimawandel, wird dabei nicht einmal erwähnt. Es wird vielmehr durch Gewährung von Staatskrediten für das Anlegen dieser Monokulturen sogar noch verschärft. Glaubwürdig werden die von den Politikern als verbindliche Zielvorgaben gesetzten Richtwerte für die Verringerung des Treibhausgasausstoßes erst, wenn nicht nur in einem Bereich an den Symptomen korrigiert wird mit Zielvorgaben, die bis zum Jahr 2050 erreicht werden sollen, sondern wenn durch striktes Handeln gegen verantwortungslosen Raubbau an den Regenwäldern einer grundlegenden Ursache für den Klimawandel unverzüglich und mit sofortigen Auswirkungen ein Riegel vorgeschoben wird. Wer diese Thematik ausspart, dessen forsche Forderungen nach raschem Handeln der Industriestaaten klingen hohl. Selbst im erdbebenzerstörten L’Aquila geht der deutsche Wahlkampf weiter.
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