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Wenn doch vom Sport noch ein Zeichen für wachsendes Vertrauen ausginge!
08. August 2008
Heute beginnen die Olympischen Spiele in Peking. Mit einem grandiosen Schauspiel wurden sie soeben eröffnet. Der Welt wird anschaulich vorgeführt, welche Begeisterung bei tausenden junger Menschen geweckt werden kann. Ein bitterer Beigeschmack stellt sich bei all denen ein, die vergleichbare Massenauftritte begeisterter Jugendlicher bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin oder 1980 in Moskau gesehen oder sogar persönlich miterlebt haben und einige Jahre später erkennen mussten, wie sie durch die diktatorischen Machthaber der entsprechenden Staaten ausgenutzt und ihr Vertrauen missbraucht wurden.
Wenn die Friedensspiele der Jugend der Welt in Anwesenheit des russischen Ministerpräsidenten und des amerikanischen Präsidenten beginnen und zum gleichen Zeitpunkt russische Panzer in Georgien einrollen und der amerikanische Präsident verkündet, dass die seit Jahren ohne Prozess in Guantánamo eingesperrten Gefangenen selbst nach Verbüßung einer eventuell verhängten Freiheitsstrafe nicht freigelassen würden, kann von Spielen des Friedens und der Aussöhnung zwischen den Völkern nicht mehr die Rede sein. Die Olympische Idee ist endgültig zur Farce geworden und kann kein Signal für neues Vertrauen mehr aussenden. Und wenn nicht einmal hinter vorgehaltener Hand sonder von Dopingexperten in aller Öffentlichkeit davon gesprochen wird, dass bei den Olympischen Spielen „nahezu flächendeckend manipuliert“ werde (Zitat Werner Franke in einem Interview mit der Bad. Zeitung Freiburg am 08.08.2008), tragen auch der Sport selbst und die offiziellen Vertreter des IOC und der Nationalen Olympischen Komitees dazu bei, dass letztlich gerade jungen Menschen sich in ihrem Misstrauen gegenüber unserer Gesellschaft bestärkt fühlen müssen.
Es wird immer schwieriger werden, auf der örtlichen Ebene die Menschen dazu zu gewinnen, sich aktiv für ihre Gemeinschaft einzusetzen. Und doch bleibt keine andere Wahl: alle um die Zukunft unserer Jugend besorgten Menschen müssen den dringend erforderlichen Bewusstseinswandel gemeinsam in die Wege leiten, trotz Olympische Spiele oder gerade angesichts ihrer Perversion.
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