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In Deutschland wächst die Armut
04. März 2005
Dieses Ergebnis des zweiten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung ist leider nicht überraschend, muss aber betroffen machen. Um gesellschaftspolitische Spannungen zu vermeiden oder zumindest abzumildern, müssen auf der örtlichen Ebene Solidargemeinschaften entstehen, die sich gegenseitig unterstützen und in schwierigen Momenten weiterhelfen. Hier muss besonders erkennbar werden, dass diejenigen, denen es besser geht, Verantwortung für die ärmeren zu übernehmen haben und dazu auch bereit sind. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Bischof Huber, hat in einem Vortrag zum Thema "Menschenrechte und planetarisches Ethos" von der Verantwortungsethik gesprochen (s. Hans Küngs "Projekt Weltethos" in Hofgeismarer Protokolle, Bd. 299, Hofgeismar 1993, Seite 77), die als Folge der Zunahme menschlicher Macht eine Zunahme menschlicher Verantwortung bewirken muss. Gassers Forderung nach "Sinn für Verhältnismäßigkeit und Maßhalten" meint nichts Anderes. Reichere können durch Maßhalten und das Wahren der Verhältnismäßigkeit (z.B. bei der Festsetzung von Vorstandsgehältern oder Gehältern oder Abfindungen für Profifußballer - es ließen sich hunderte andere Beispiele nennen) diese Verantwortungsethik unter Beweis stellen und damit einen Beitrag zum Entstehen oder Erhalt eines Klimas der Solidarität und der gegenseitigen Verantwortung leisten. Wo gibt es hierzu Beispiele in Deutschland, in Europa?
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